Emotionale Realitäten

Mittwoch, 19. September 2007

Man fällt.

apos Ist das möglich: Man fällt auf die Fresse und will wieder aufstehen. Aber es funktioniert nicht. Nach einer Weile merkt man dann, dass es gar nicht möglich ist... weil man immer noch fällt.

Sonntag, 15. Juli 2007

STOPP und Splitter im Gewebe.

apos Ich versuche ganz tief Luft zu holen. Kann es nicht, weil ein Alb auf meiner Brust sitzt. Ihr wisst was damit gemeint ist.
Soviel Chaos in den letzten Wochen, so viel Stress, so viel Stress und so wenig Schlaf und ein unüberschaubarer Berg an Gefühlen. Ich spiele mit dem Gedanken einen Diener zu beschäftigen, der bei mir aufräumt.
Ich blicke mich um. Alles sauber. Ich überlege trotzdem ob er kommen solle um aufzuräumen. In meinem Kopf.
Es war soviel zu bewältigen in letzter Zeit. Ich musste so viele Entscheidungen in zu kurzer Zeit treffen. Kein Augenblick um STOPP zu schreien. Es scheint, als ob man manchmal vergessen kann zu vergessen.

I forgot to remember to forget.

Den ganzen Abend hab ich geheult. Den ganzen Abend sah ich glücklich aus. Den ganzen Abend habe ich geredet und zugehört. Ich blickte in alle Richtungen gleichzeitig. Ich hab gespürt, dass es nicht mehr lange dauert, bis ich platze, bis ich laut STOPP schreie, Zeit und Raum kollabieren lasse und alles einstampfe, dass im „Woanders“ meines Vergessens und Erinnerns zuhause ist. Ich bin fasziniert von jedem System, das wir uns selber basteln, um mit all den Eindrücken, die auf uns einprasseln, klarzukommen. Ich träume.

Der Alb auf meiner Brust schnürt mir die Luft ab. Da steht sie. Den ganzen Abend haben wir uns angesehen, den ganzen Abend war ich blind. Ich überlege kurz alle Entscheidungen aus letzten Tagen in kleine Teile zu hauen, STOPP zu schreien, zu vergessen und Erinnern reversibel zu machen.
Plötzlich hab ich ihre Hand in der Hose. Es ist wie ein Splitter im Gewebe. Mein Atem ist schwer. Meine Augen geschlossen. Mein Herz schlägt…. Ich spüre Lippen. Das Karussell in meinem Kopf zieht noch einmal an. Der Whiskey wirkt und es ist laut. Es ist so warm. Ich rieche nur meine Tränen, ihren Atem, Schweiß, Hitze, meine Schmacht, meine Entscheidung, meine Erinnerungen.
Die Leute in diesem Club nehmen nichts wahr. Ich vergesse für einen Moment das Vergessen. Das ist grad ein Moment, der nicht einfach so mutwillig auf hartem Asphalt niedergetreten werden kann. Mit Leichtigkeit. Leichtigkeit, die keinen Respekt kennt.

Ich liege mit ihr auf einmal auf einer Wiese. Keine Ahnung, wie ich aus dem Club dahin gekommen bin. Sie liegt auf mir. Es ist so warm. Ihre Schweißtropfen schlagen wie Gewehrkugeln auf meinem Gesicht ein. Ich bekomme immer noch keine Luft. Sie ist fast nackt. Ich auch.

Ich will vergessen. Das ist neben Träumen ein System, dass ich mir gebastelt habe, um mit all den Eindrücken, die auf mich einprasseln, klarzukommen.
Ich spüre ein Rauschen. Es ist so laut, dass es jegliche Wortnäherungen verschluckt und nur noch Phrasen, Fragmente und Bruchstücke als missglückte „Artikulationsversuche“ den ohrenbetäubenden Lärm meines Atmens übertönen.
Ich denke an Liebe und an meine Entscheidungen. Mein Mund ist offen. Meine Augen nicht. Wasser drängelt sich die Wangenknochen runter. Sie sitzt immer noch auf mir. Meine Hände zittern und ich spüre das Gras der Paradies-Wiese unter meinem Hintern. Ich weiß nicht wer sie ist. Aber es erlöst.
Ich habe vergessen. Das System funktioniert. Es ist alles so anonym, dass ich mich nicht schämen muss so laut dabei zu weinen. Es scheint sie anzumachen.

Liebe ist ein Prozess, der dem des Vergessens und des Erinnerns ähnelt. Es ist ein Prozess, der nach dem folgenden Prinzip funktioniert:
NICHTS, was wir einmal geistig besessen haben, kann ganz und gar verloren gehen.

Sie hat immer noch eine Hand in meiner Hose. Mit der anderen zieht sie ein Gummi aus dem Nirgendwo. Ich kann es hören, es knistert. Sie reißt es auf. Ich stoße sie runter. Ich stehe auf und schreie mit brachialer Wucht STOPP durch die Nacht, durch den Park, durch den scheiß Raum, durch die abgefuckte Zeit.
Ich schreie und schreie, als wäre der Alb auf meiner Brust geplatzt und hätte mir all die Luft wiedergegeben, die mir so fehlt. Ich schreie. Ich weine. Ich sehe alles durch einen Vorhang der Enttäuschung. Des Nichts. Ich laufe nur wenige Schritte, dann breche ich zusammen und weine. So stark und so laut, dass keine Zeit zum Luftholen da ist.

Das Echo hallt zurück. STOPP flüstert es mir. Ich verschwende keinen Gedanken, wo das Mädel hin ist, das eben noch auf mir saß.
Ich steige innerlich hinab in das „Woanders“, rieche nur meine Tränen, meinen alkoholschwangeren Atem, Schweiß, Hitze, meine Schmacht, meine Entscheidung, meine Erinnerungen.
Ich habe nichts vergessen. Ich reiße meine Augen auf, blicke nach oben und schreie mit letzter Kraft alles aus mir heraus.

STOPP.

Benommen vom Alkohol übergebe ich mich. Eine Hand berührt scheinbar mein Gesicht. Und dann höre ich ihre Stimme. Das kann nicht sein. Wo kommt ihre Stimme her? Sie sagt, dass sie mich liebt. Meine Tränen laufen weiter. Ich bin zu nichts fähig, liege gelähmt an einem Fleck und spüre das Glück in mir und die Liebe, die ich den ganzen Abend gesucht habe.
So viele Antworten auf so vielen Wegen.
Man kann sowohl beim Erinnern als auch beim Vergessen genießen, dass man in sicherer Distanz über dem Boden des Brunnens vielschichtiger Identifikation am haltlosen Seil schwebt. Würde man am Boden sitzen, dann würde man stochern. Stochern bedeutet nach Kontrolle zu streben.
Ich fühl mich frei und gut mit ihren Worten, sehe erschöpft nur noch meine Hand, die mein Handy zuklappt. Ich schlafe ein und erinnere mich an dieses entsetzliche Chaos an dem Abend.
Und dann kam sie. Ihre Worte waren das Echo meiner Entscheidungen, meiner Erinnerungen.
Dinge, die ich nicht vergessen kann.

Gebt nicht auf. Egal, wie sehr ihr zweifelt. Wenn sie kommt und ihr liebt. Dann kämpft und stoßt die Schlampe von euch runter, die auf euch sitzt. Sie ist der Alb, der euch die Luft nimmt.

Schreit so laut ihr könnt: STOPP.
Und dann vergesst alles, wenn ihr euch erinnert.

Montag, 18. Juni 2007

Decodierung der Liebe.

aposAm besten ist es ja wenn Menschen dir was über Liebe erzählen wollen. Ich kenn das mittlerweile.
„Ach du bist doch noch jung“, „Mein Gott, du wirst noch so viel in deinem Leben erleben“.
Ich find es toll, dass Menschen die älter sind als ich offensichtlich wissen wo der Hammer hängt. Die wissen in Herzschmerzsachen immer was. Haben immer ne behinderte Antwort auf der Kelle, die unterschwellig was Erhabenes mit sich führt. Als wären sie Prof. Dr. Liebe. Oder Paare, deren Beziehung seit vier Jahren hält und die meine Beziehungen nicht ernst nehmen, weil die eben erst seit zwei Jahren läuft. Obwohl ich weiß, dass deren Beziehung immer am Grad der Zerstörung und Einengung balanciert, darf man sich dann anhören, dass man ja ‚selber noch an den Punkt gelangen wird’.
An welchem Punkt? Liebe=Zeitfortschritt?
Und dann bricht deren Beziehung auseinander und ich denke mir: „Ich hab es gewusst!“. Ich fühl mich mit dieser Erkenntnis nicht gut. Nicht erhaben nur weil meine eigene Beziehung weiterläuft. Ich fühl mich scheiße, weil man mich immer belächelt hat, wenn ich denen einen Ratschlag geben wollte und man ihn partout nicht annehmen wollte. Was sagt man da? Mit Sicherheit nicht „Ich hab es gewusst“.
Ich wurde erst letztens gefragt, ob ich weiß was Liebe ist. Ich habe nicht geantwortet, weil ich wusste, dass man mich mit meinen zwei Jahren Beziehung und meinen 22 Jahren eh nicht wahr und ernst nimmt. Es spielt natürlich keine Rolle, dass ich eigentlich seit 6 Jahren am Stück in Beziehungen lebe. Und ich bin niemals abgesprungen. Man sprang nur ab.
Ich möchte gar nicht groß Rumphilosophieren oder gar das EMO-Tape reinschmeißen. Ich sag jetzt niemanden, was er gefälligst zu denken hat. Aber das denke ich über Liebe:

schreien
Wer war für mich da, als alles schwer in meinem Leben war? SIE.
Wer hat mir nach meinem schweren Fehler verziehen? SIE.
Wer kämpft nach zwei Jahren immer noch wie ein Irrer um seinen und meinen Seelenfrieden? SIE.
UND ICH.
Wie oft hast du mich gefragt, ob ich dich wirklich liebe? So oft. Und ich konnte dir IMMER Antwort geben. Selbst als ich strauchelte. Ich war sicher. Und du hast mir klar gemacht, dass Liebe kein Zeitfortschritt ist. Denn wie so oft ist es die Zeit, die Liebe langsam kaputt macht? Ich konnte immer sicher sein. Immer. Und genau das konnte ich dir dann auch sagen.
Wer bekommt Herzklopfen, wenn er sich vorstellt, dass du ihn plötzlich verlässt? ICH. Es ist keine Verlustangst, denn die hat sie mir ausgetrieben. Ich träume von der Angst, die ich haben würde, wenn du gehen würdest. Wer ist nie gegangen? SIE.
Wer ist manchmal total eigenartig, mit dem was er sagt, denkt und tut? SIE. Wem gibt das Ruhe und Sicherheit? MIR. Weil ich es brauch, weil ich selber so kaputt bin und es brauch, wenn sie mich wieder runterholt. In ihre Welt. Da wo alles besser ist. Da wo ich mich sicher fühle. Ich bin selbst durchgeknallt genug um zu checken, dass man Dinge nicht nur festhalten muss, sondern auch loslässt. Von sich aus. Damit der andere festhalten kann.
Wer fragt immer wieder nach meiner Zeit, als wäre sie Besitz, den man unbedingt haben muss? SIE. Weil sie mich liebt. Und wer gibt sie und fragt selbst? ICH. Weil ich sie liebe.
Ich hab irgendwann einfach Gründe gebraucht um in ihre Welt zu wollen. Sie gab mir Antworten auf nicht gestellte Fragen.
Wer hat mich gefragt, wie es sich anfühlt sie zu lieben? SIE. Und diese Frage, die eigentlich die Antwort war, konnte ich nur mit Lächeln beantworten. Sie auch. Sie wollte keine Antwort. Sie wusste sie schon.
Bei wem bin ich niemals schuldig? Bei IHR. Weil sie Verständnis hat und ich ihr dafür selbiges gebe. Weil ich es will. Weil ich es brauch.
Wer macht mit mir nie ein auf Turteltäubchen? SIE. Weil sie zuviel Respekt vor uns beiden hat. Und weil sie weiß, was ich brauche und was nicht. Ich dachte lange, sie sei verrückt. Jetzt weiß ich, dass sie mich nur kennt. Und deswegen bin ich verrückt. Das ist die Brücke für die Liebe.
Wer flüstert für mich? Immer sie. Als wäre sie neben mir und würde dabei immer versuchen ihren Kopf auf meine Schultern zu legen während wir laufen. Das klappt nie. Aber sie versucht es immer wieder. Immer wieder. Weil sie einfach nicht aufgibt. Nicht nach zwei Jahren, nicht nach vier Jahren. Sie wird es nie aufgeben, es zu versuchen. Alles zu versuchen.

Ich habe nicht ein einziges Mal wirklich das Wort ‚Liebe’ benutzt. Aber ich weiß, es steckte darin. Liebe ist keine Zeiteinheit. Es ist der Versuch, es zu riskieren und zu versuchen und um es zu versuchen. Immer wieder. Wer das nicht begreift, der wird meinen Worten niemals Glauben schenken. Der springende Punkt ist, ich bin glücklich. Der es anzweifelt und unterschätzt, der weiß es nicht besser. Ich kenne nicht das Geheimnis, das Rezept oder die Anleitung.

Ich versuche es einfach nur. Und deswegen liebe ich. Ich liebe sie. Und sie liebt mich verdammt noch mal auch.

Dienstag, 12. Juni 2007

Du bist so cool und irre... und cool.

aposNach einigen Wochen sorgsamer Überprüfung meines seelischen Zustandes habe ich heute morgen den Entschluss gefasst, ein langfristig angelegtes Ethogramm, sprich einen Verhaltenskatalog, über mich anzulegen. Ganz im Sinne der Forschung und Erkenntnisgewinnung natürlich.
Ich habe festgestellt, dass ich irre bin (oder aber noch ein kleines Kind, dass ganz tief in mir schlummert).
Nach einer zehnminütigen Kissenschlacht mit meinem Mitbewohner vorhin, kamen Erinnerungen hoch, die ich unter allem verbuddelt habe. Sei es der 110km-Spaziergang mit Matze vor gut vier Jahren, oder das gemeinsame Bad mit Max (auch vor vier Jahren), dass unter einem schrägen homoerotischen Stern das HETERO mit aller Gewalt aufgedrückt bekam. Da waren die zwei Jahre Beziehung mit Netti, die mir gezeigt hat, dass Frauen auch im übertragenen Sinne meistens nicht die Eier in der Hose haben um wirklich Klartext zu sprechen. Da waren anschließend fast zwei Jahre Maria, die nach kräftiger Fahrt nach oben mich neurosentechnisch pervers geprägt haben. Da waren Drogen, Gewalt, Realitätsabstand deluxe und viele Fantasien, die sich auch heute noch regelmäßig in der Sieben-Watt-Birne meines Gehirns Schachmatt setzen.

Tatsache ist, dass man mich auch heute noch enorm unterschätzt, eben weil ich manchmal echt seltsam bin. Wieso hatte ich zum Beispiel so berbarst Spaß, als ich mit Freunden nackt durch Berlin gelaufen bin, in guter alter Frank-The-Tank-Manier? Wieso trage ich meistens unterschiedliche Socken? Und wieso teste ich grade den Prototyp des sommerlichen Männerbeins, wobei mein linkes Bein enthaart ist, das andere aber nicht?

Ich stelle mir zum Beispiel auf dem Weg zur Uni jeden morgen vor, ich würde die Welt retten oder das entscheidende Tor im WM-Finale schießen. Ich habe mir mit Rasierschaum beim Rasieren schon mal einen Irokesenkamm aus Schaum gemacht. Ich drifte ne Million Mal am Tag ab, weil ich mir schräge Sachen vorstelle (P.S.: Scrubs hat mein Leben bestätigt). Ich denke zuviel und über zu wenig. Ich helfe allen Mitmenschen, die mir was bedeuten. Ich bin immer da. Uneigennützig. Der einzige auf den in meinem Umfeld hier in Jena nie eingegangen wird, bin ich.

Ich habe es satt zu sehen, wie alle ihre Egomanien ausleben, ihre Komplexe bei mir auspacken um mir dann zu demonstrieren, wie sehr sie alles im Griff haben. Ich würde das ohne zu maulen mitmachen. Aber in den letzten Monaten hat mir echt keine Sau zugehört. Immer hat man mir zugehört. Wieso bin ich so seltsam und irre?

Ganz einfach: Ich habe keine andere Wahl. Ich muss ja irgendeinen Mechanismus haben um mein innerstes nach außen zu kehren. Wenn das mit einem „Basti, du bist irgendwie komisch, ich mag deine Art“ honoriert wird, find ich das nett. Aber eigentlich ist das die pure Ignoranz. Ich habe nur deswegen keine Probleme, weil ich innerlich meinen Krieg führe. Und ihn bewältigen kann. Ich drücke nicht jedem mein Leid und mein Päckchen auf, um mich bestätigen zu lassen. Der Kreis zu dem ich wirklich gehen kann, wenn mir was fehlt ist so erbärmlich klein. Aber ich habe ihn. Sei es meine Traumwandlerin oder mein besten Freunde. Die merken das schon und fragen. Aber allen anderen, die nur von mir nehmen um sich besser zu fühlen, weil ich so motherfucking einfühlsam und sensibel bin (ich kann es nicht mehr hören, verdammte scheiße), kann ich nur eines ans Herz legen, wenn ich ihnen was bedeute:

Gebt mir auch mal was.

Gerade weil ich soviel zu sagen habe und helfe, kann ich erwarten, dass man mir das gleiche gibt. Ich habe Probleme. Ich löse sie allein. Aber die meisten denken nur: „Der Basti, nee… der hat alles im Griff.“

Ich brauche keine Hilfe. Ich habe meinen Seelenfrieden. Ich glaube meine Traumwandlerin hat mir letztens die Augen geöffnet. Liebe bewahrt vor dem Durchdrehen.

Wenn man mich das nächste mal cool findet, weil ich irre und seltsam bin, dann erwarte ich, dass man sich auch fragt wieso das so ist. Irresein hat nämlich nichts mit meiner Art zu tun. Es ist eine für andere lustigwirkende Neurose. Innerlich wünsche ich mir nämlich einfach mal nur jemanden in meinem Umfeld hier, der auch mal wirklich an mich denkt und mal anruft ohne nur von sich zu berichten.

Denn das wird mittlerweile echt Bestandteil meiner Tagträume.

Montag, 14. Mai 2007

Was du bist.

apos Du bist WAS du liebst. Nicht WER dich liebt.

Sonntag, 15. April 2007

Wumm Wumm.

aposWumm Wumm. Ich kann meine Schritte gar nicht hören. Sie ersaufen in der lauten Musik, die aus meinen Kopfhörern dröhnen.
Jeder der mir begegnet ist der Meinung ich höre zu laut Musik und für gewöhnlich setzt der Kommentator dann den ‚Finger-Schwinger’ auf und sagt: „Basti, ich bin der Meinung, dass du viel zu laut Musik hörst.“

Nun. Sie haben Recht. Ich tue das, weil es mich beruhigt. Und heute? Der Schweiß läuft nur so an mir herunter. Links neben mir fließt die Saale. Ich kann sie sehen wie sie schneller als ich ist. Ich spüre meinen schnellen Herzschlag. Es ist wirklich warm. Ich weiß nicht ob ‚Laufengehen’ so eine gute Idee war. Meine Strecke ist knapp 8km lang. Von meiner Wohnungstür in Wenigenjena bis nach Kunitz. Ich laufe an den Feldern vorbei. Bis zu einer Kirche in Kunitz.
Bei dem Schafstall mache ich dann immer Halt. Ich bleibe stehen. Ich spüre jeden Muskel in mir, der pulsiert. Irgendwie war ich schneller als sonst. Irgendwie hab ich auch schneller gedacht als sonst. Seitenstechen ist der beste Hinweis, dass was nicht in Ordnung war. Es ist kurz nach 19 Uhr. Die Uhr im Kirchturm verrät es mir. Ich stehe da ganz allein und drehe mich um, starre über das Feld und murmel vor mich hin, dass ich es beschissen finde hier zu stehen. An einem netten Fleck. So allein. Ich merke wie ich triefnass auf einen großen Stein plumpse. Ich kann mich gar nicht entscheiden zwischen dem Feld was der Wind vor mir leicht zerzaust oder den Gedanken in meinem Kopf, die langsam aber sicher die Musik übertönen. Ich mache die Musik aus. Es ist ganz still. Nur hinter mir hör ich eines der Lämmchen ‚Määäh’ rufen. Ich muss kurz lächeln. Warum, will ich nicht verraten.

Ich muss an das ‚Cerberos’-Bild denken, dass ich zur Zeit mit Öl male. Ich starre auf den Boden. Sehr lange. Mir schießen auf einmal Dinge in den Kopf. Wie Pfeile. Das was mich zufrieden macht ist heute weggefahren. Und ich bin traurig deswegen. Ich freue mich, dass ich es bald wieder haben kann. Und ich vergleiche nicht oft. Aber ich dachte an meine Ex-Freundin. Zumindest an Worte, die ich über sie verlor, als ich meiner Freundin etwas anvertraute. Und mir schellten Worte in den Ohren, die ich nicht richtig zusammenpuzzeln konnte. Nach ein paar Minuten ging es dann doch. Ich erinnerte mich an die Mail aus London von damals:

„...es tut mir sooo verdammt leid…. ich wollte dir NIE so wehtun, wie ich es getan habe..
=,,(
Jetzt ist das, worauf du die ganze Zeit so stolz warst, auf einmal nicht mehr vorhanden... ???
scheiße...
es tut mir sooo leid...
Ich kann jetzt nur beten, dass das Fuenkchen Vertrauen, was hier noch helfen und retten koennte, nicht aus Enttaeuschung, Wut und Verzweiflung total verdraengt und gleich mit weggespuelt worden ist...
Denn du kannst mir vertrauen...
...meinen Worten...
darin konntest du schon immer konsequent vertrauen...
=,,(
Du bist der bedeutendste Mensch in meinem Leben, Basti!
Ich bereue soo sehr, was passiert ist..
so sehr....
.........................................bitte such nach dem Fuenkchen Vertrauen, was noch in deinem Herzen sein muesste..
bitte such danach!!! =,,( .... und schenk ihm Glauben... bitte!!!
Ich liebe dich... und du bist mir als Mensch soo wichtig in meinem Leben... wie oft wird einem der Wert des Schatzes, den man jetzt schon relativ lange bei sich hat, immer wieder auf Neue bewusst...
ich liebe dich...
deine ****“


Ich erinnerte mich an das ertappende Telefonat im Vorfeld, dass mir einen Krampf in den Bauch zauberte wobei sie auf die Frage, wo sie sei, sie nur sagen konnte: „ÄÄhhhm, an einer Bushaltestelle?“.
Dieser Klang der Stimme damals. Der war bis dato das schlimmste, was ich gehört habe.
Heute liegt das einige Zeit zurück. Ich denke nicht mehr daran. Ich bin froh, dass mir da jemand zur Seite stand. Jemand, der heute weggefahren ist. Jemand, der wie ein verkleideter Engel anmutet.
Das Lämmchen hinter mir macht wieder ‚Määääh’. Ich muss wieder grinsen. Wieder ist Musik in meinem Ohr. Wieder rinnt der Schweiß über meinen Körper. Wieder spüre ich meinen Herzschlag. Und wieder kann ich meine Schritte nicht hören. Es ist 19.20 Uhr. Da habe ich beim Weglaufen noch mal an die Uhr im Kirchturm geschaut. Die Saale fließt nun rechts. Wumm Wumm.

Sonntag, 25. März 2007

Die Entscheidung zu einer Entscheidung.

aposEine lange Nacht, die in meinem Kopf nicht anfangen wollte. Hab noch lange an Adriani denken müssen. Was wohl erheblichen Anteil an meiner Schlaflosigkeit hatte.
Aber vor allem hab ich an zwei Dinge gedacht, über die ich gestolpert bin:
Entscheidung oder Feigheit!?

Wann bin ich eigentlich feige? Und mir ist aufgefallen, dass ich eigentlich immer feige bin, wenn es um meine persönlichen Dinge geht. Das mag wohl damit zusammenhängen, dass ich extrem schüchtern bin. Mir fällt das eigentlich immer dann auf, wenn ich keinen Ton rausbekomme, wenn wer Fremdes in ein Gespräch einsteigt. Die Mehrheit nimmt dann an, ich hätte nix zu sagen. Die mich kennen wissen jedoch, dass ich äußerlich was ganz anderes bin, als innerlich - mal abgesehen, dass ich auch schon schüchtern wirke.
Wenn in meinem Kopf der Fantasiemotor stottert und meine eigene Welt entstaubt und benutzt wird, dann bin ich für mich. Nur für mich. Ganz allein. Niemand hat dann Zugriff auf mich und meine Gedanken. Ich bin mir auch ziemlich unsicher, was ich sagen könnte. Mein Kopf arbeitet dann mit einer ganzen Sprache, als ich sie auszudrücken vermag.
Es ist längst nicht negativ gemeint, wenn ich sage, dass ich mich in solchen Momenten ganz einsam fühle. Irgendwie fühl ich mich dann trotzdem gut. Seltsamer Zustand.


Zurück zu meiner(?) Feigheit. Ich glaube man hat ganz selten in seinem Leben die Möglichkeit wirklich mutig zu sein. Ich rede nicht von solchem Kram, dass man immer allen sagen soll was man denkt. Ich meine ganz persönliche Dinge.
Entscheidungen sind mit Mut oder mit Feigheit verbunden. Ich hatte bisher einmal in meinem Leben die Möglichkeit wirklich eine Entscheidung zu treffen, die mich viel Mut gekostet hat, viel Kraft, viel Chaos, viele Tränen.
Ich habe einen riesigen Fehler gemacht: einem Menschen, den ich liebe, sehr weh getan. Dies wusste dieser Mensch zu dem Zeitpunkt natürlich nicht.
Und ich? Ich stand nun vor einer Entscheidung!

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Bin ich feige? Oder bringe ich den Mut auf zu beichten? Und ich wusste, ich kann es nicht. Ich dachte, wenn ich es niemals sagen würde, dann würde es auch nicht rauskommen. Die meisten würden mich prinzipiell als ‚feige’ bezeichnen, wenn ich einem geliebten Menschen was furchtbares verheimlichen würde, was ihn nicht nur verletzt sondern ihn auch dazu bewegt niemals mehr was mit mir zu tun zu haben. Menschen, die einfach urteilen, standen meistens noch nicht in so einer Situation, vor so einer Entscheidung.
So raten Psychologen beispielsweise davon ab einen Seitensprung zu beichten, im Falle er ist spontan und einmalig passiert. Im Falle er ist geplant (Affäre, usw.) legen sie einem nahe zu beichten. So ein Schwachsinn. Wenn man Respekt vor dem anderen hat, dann entscheidet man sich immer zu beichten. Es gibt sicher einige, die es eher nicht erfahren möchten und somit dem anderen eine Entscheidung abnehmen.

Eine Entscheidung in der man alles riskiert. Alles auf eine Karte setzt. In der man sein Gewissen einschläfert. Man ganz allein und ‚selbst’ ist. Eine Extremsituation, die man einfach nicht kennt. Was tut man? Ist man ehrlich und beichtet? Oder ist man feige? Beides ist nachvollziehbar. Eins davon ist aufrichtig, gleichzeitig an die Gefahr des Verlustes gekettet. Will man das? Nein? Nein! Dann ist man feige, behält was man hat und kann sich guten Gewissens egoistisch nennen. Will man das? Nein? Nein!

Was sagt uns das? Es sagt uns, dass man immer verliert! Immer. Wenn man zu feige ist Entscheidungen zu treffen begibt man sich auf einen Pfad, der ins Nirgendwo führt. Aus Angst vor dem Verlust eines Menschen den man liebt.

Nun....................................

........................................ ich habe mich damals entschieden. Und ich war nicht feige, auch wenn es im Nachhinein noch lange angedauert hat meine Unehrlichkeit in einer Sache vollends abzulegen. Ich hoffe, dass ich niemals wieder so was erleben und anrichten werde. Ich als potentiell feiger Mensch habe Mut aufgebracht. Das war eine Sache, die vor allem mich betraf und dem Menschen, dem ich es sagen musste. Mir war klar, dass ich alles verlieren kann. Mir war auch klar, dass ich gar nichts verliere, wenn ich es nicht sage. Außer der Klarheit, dass ich ein aufrichtiger Mensch bin. Ich hätte ebenso verloren, wenn ich jeden Morgen in den Spiegel geschaut hätte bzw. den betreffenden Menschen angeschaut hätte.
Ich hatte die Wahl.
So stand ich da, aufgelöst und verwirrt. Nicht nur äußerlich, vor allem in mir war pure Anarchie, pures Chaos. Meine Gedanken stolperten übereinander. Wie in einer Schlägerei ging es in meinem Kopf zu. Laut, panisch und viel zu schnell. Gleich muss ich es beichten. Oder nicht? Zitternde Hände. Das Telefon in meiner Hand, die Nummer schon gewählt. Aber noch nicht auf den ‚Anrufknopf’ gedrückt. Ich ging auf und ab. Mein Kopf hat alles abgewogen:

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„Was wird mit dir passieren.... ich werde alles verlieren... tu es..... tu es schon....... sag es ihr....... NEIN... sags nich.... sie wird weg sein....... AAAAAAAAAHHHH. Warum hast du das gemacht.... willst du dich später im Spiegel anschauen können.... sie hat die Wahrheit verdient..... sie liebt dich doch..... und ich liebe sie.... deswegen sag ich es ihr jetz... ich muss nur noch auf den Knopf drücken.... tus schon.... NEIN.... FEIGLING.... du verdammter Wichser.... du ARSCHLOCH........ das ist das erste Mal in deinem Leben das du was in den Sand setzt.... und du willst dich selbst decken.... wie soll das gehen.... RUF SIE ENDLICH AN UND SAG ES......... aber ich kann nicht...... ich heule..... wie wird sie sich fühlen... OH MEIN GOTT ..... WAS HAB ICH GETAN....... träume ich......... TU ES...... nun mach schon..... es ist eine Entscheidung gegen euch, gegen sie… gegen euch… gegen euch, gegen dich selbst, wenn du nicht den Knopf drückst.......... mir ist schlecht...... REISS DICH ZUSAMMEN.... WÄHL E N D L I C H.... was bist du nur für ein Bastard..... kannst nicht mal für deine Fehler gerade stehn..... ich will ja.... aber ich hab Angst, sie zu verlieren.... wieso hast du das nicht vorher gewusst........ AAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHH..... JETZ..... du hast einen Fehler gebaut, dass ist deine Strafe.... sei ein Mann und stehe zu dem was du getan hast........ LOS...... MACH ES...... wirklich?..... JA.... LOS LOS LOS.... DRÜCK ENDLICH DEN SCHEISS KNOPF........................ 3........2........1........!???“

Das war es. Ich habe gewählt.
Unwissend was kommen wird, was mit mir geschieht, was ich überhaupt sagen werde und kann. Nichts als Tränen und Schluchzen. Das war einer der schlimmsten Momente in meinem Leben. Und wenn ich ehrlich bin: ich bin froh, dass ich es getan habe. Das ich eine Entscheidung getroffen habe. Denn ich habe sie nicht verloren. Sie hat mir nach langer schwerer Zeit verzeihen können, dem Fundament des Vertrauens wieder Steine bringen können. Und jetzt bin ich glücklich und denk nicht mehr daran. Und sie auch.
Selbst wenn ich alles verloren hätte...... es war die richtige Entscheidung. Und Mut ist eben doch was positives.

Immer will man das Richtige tun. Selten gelingt es einem.
Aber es fängt bei einem selbst an. Niemand sagt, dass es angenehm ist. Es ist sogar scheußlich. Aber im Nachhinein hat es alles ausgemacht. Alles. Absolut alles.

Ob man gewinnt oder verliert spielt dann irgendwann keine Rolle mehr. Denn egal ob man sich vor Konsequenzen fürchtet, sie sind unumgänglich, wenn man nicht als emotionaler Zombie enden möchte. Ich habe gelernt, dass man die Waffenkammer nur los wird, wenn man eine Entscheidung trifft.

Auch wenn diese Entscheidung eine gegen sein eigenes Wohl ist........... sie bringt es voll!

Sonntag, 18. März 2007

Kämpf doch mal.

aposKämpfen. Aufgeben. Nein. Alles? Leiden? Leiden! Leben! Fühlen! Fühlen!!! Und lieben! Vor allem aber lieben, denn nichts ist seltsamer, besser, erstrebenswerter, bunter und zugleich grauer. Was wäre ein Schlag ins Gesicht, wenn er aus Liebe entsteht? Wenn am ‚Ende’ der Ton giftiger wird. Wenn man beginnt sich selbst, seinen Frieden, seinen Seelenfrieden und seinen Freiraum zu beschützen mit allem was man hat? Verlangen Die Zeit ist vorbei sich zu entdecken, gemeinsam neue Sphären und Welten zu durchqueren. ‚Selbstverteidigung’ als neue Beschäftigung. Ich denke die meisten Menschen schätzen ihre Liebe nicht mehr. Ich denke, dass es nicht daran liegt, dass der andere schuldig ist, denn wie im Krieg geht die Schuldfrage meistens abhanden. Und ich unterstelle, dass es vor allem daran liegt, dass man selbst so gar keine Liebe mehr geben und empfangen mag. Alles was die gemeinsamen Stunden, Tage, Wochen, Monate und Jahre gebracht haben waren Erkenntnisse. Eine Selbstreflexion. Weg mit dem Spiegel, der das letzte Kapitel einer kaputtgehenden Beziehung dokumentiert. Das letzte Mal gemeinsam etwas entscheiden und einen Punkt treffen. Mit vier Fäusten in den Spiegel zu schlagen und das entstandene Rückzugsgefecht, sprich die Beziehung, zu beenden. Her mit dem Besen, der die letzten Scherben beseitigt, beiseite kehrt. Her mit dem Kummer, dem Schmerz, der Einsamkeit, der Lethargie, den Fragen ‚Was ist passiert?… Was wäre wenn?’.

Nie mehr muss sich Rauch wieder legen, nie mehr Status Quo. Herzlichen Glückwunsch. War man zu sehr verbissen ineinander? Sturheit? Anstatt zu überlegen, wie es war, als man noch glücklich war? Als da noch so was wie Liebe war. Hat irgendwer alleine eine Entscheidung getroffen? Immer? Nie. Oder doch lieber ‚Nie?’?


Wer wird Sieger sein? Wer wird gewinnen? Warum überhaupt ‚gewinnen’? Ist Liebe zu einem Boxkampf verkommen. Vielleicht macht man es sich ja zu leicht. Oder andere machen es einem zu schwer. Vielleicht auch genau andersrum. Ob es da einen Mittelweg gibt? Sollte man Liebe festhalten, wenn sie einem gegeben wird? Auf jeden Fall. Liebe ist nun mal keine Verpackung, die man einfach abstreifen kann, weil man denkt, der Inhalt ist verloren gegangen. Viele tun dies. Viele verlieren dadurch. Viele verlieren dadurch alles.

Viele vernichten auf diesem Weg mehr Liebe, als andere Menschen in ihrem ganzen Leben erhalten. Will man dann vielleicht doch irgendwann nur noch Abzeichen? Nur noch Blicke, Hingabe und Denken. Völlig egal von wem? Ist Liebe ein Trophäenkoffer? Ja. Ja? Nein. Nein! Wie kämpft man denn gegen solche Blockaden und Barrikaden an, die mit der Zeit immer höher und fester geworden sind?

Denjenigen sei gesagt:

Ihr habt eine ewige Flucht vor euch. Je älter ihr werdet, desto schwieriger wird es werden, denn die Markierung, die euch sagt, was ihr wollt, die überlauft ihr einfach. Blind. Blind vor ‚Liebe’, dass gaukelt ihr euch vor. So oft alles in der Liebe schief gegangen ist und der dicken Brust voller Orden und Erinnerungen, die man stolz in seinen Lifestyle eingebaut hat, sind zwei Sachen übrig geblieben:
Zum einen die Traurigkeit in den Augen, zum anderen die Tatsache, dass man innerlich doch jemanden im Nebenzimmer leise atmen hören möchte, während man in der Küche sitzt und Tee trinkt um sich später mit ausgekühlter Haut an einem warmen Körper wärmen zu können.

Ich glaube, ich habe viel zu oft gezweifelt. Bei mir ist auch etwas verschwunden. In meiner Beziehung. Nicht die Liebe – wie es früher der Fall war – sondern die Zweifel! Die Zweifel sind fort. Und ich will weiterlieben. Wie es in der Zukunft aussieht? Keine Ahnung. Das liegt nicht alleine an mir. Aber wenn es stimmt, dann wird einer der Beiden das Richtige sagen.

Und ich werde mein Bestes geben. Das verspreche ich mir selber. Da sollen keine Grenzen sein. Keine Ängste. Oder die Angst Schönheit zu sehen, sie dann wieder zu verlieren um am Ende mit einer Erinnerung alleine zu bleiben. Mit der Frage, warum wieder alles kaputt gebrochen ist. Wieso man wieder nicht in der Lage war, etwas zu bewahren und etwas nicht aufgehalten hat. Man hat wieder im besten Falle nur gleichgültig, abgestumpft und teilnahmslos zugesehen. Man hat lachend oder kämpfend Risse gesehen. Fragen wie ‚Wieso konnte ich nicht so gut sein, wie ich es gerne wäre…?’, ‚Wieso bin ich wieder bei einem Menschen gelandet, der für so ein Ende, für so eine zwischenmenschliche Konstellation geschaffen ist. Ein Mensch, der nichts anderes haben wollte, als eine weitere schmerzhafte Kerbe im Herzen, die nur sagen kann: ‚Ich war da…!’?



Die nächste Auszeichnung, die man stolz präsentieren könnte. Dabei ist man – wenn man ehrlich ist – eigentlich nur ein Mensch, voller Unsicherheit, voller Komplexe, voller Angst. Und deswegen sucht man sich die Bestätigung, die Gefahr, das Abenteuer. frei nach dem Motto: ‚Ich bin hungrig. Aber ich bin am Leben und vor allem bin ich frei!’. Frei von was? Von der Verantwortung einem Menschen gegenüber, den man lieben sollte? Seinen zwecklosen sturen Willen durchsetzen, egal was für ein Schlachtfeld man dabei hinterlässt? Das ist so traurig. Ich verachte und bemitleide das ein bisschen. Vielleicht war ich ja auch mal so. „Das ist wohl der Lauf der Dinge…!“, hat mir jemand mal gesagt, den ich auf dieses Problem angesprochen habe. Das er die Bedeutung und die Lösung dieses Problems mit dieser Aussage völlig zweckentfremdet hat, war ihm gar nicht bewusst. Vielmehr hatte ich das Gefühl, obsoletes Denken zu leben.

Das Faktum, dass man anfangs ein Kribbeln verspürt verkraften viele nicht, wenn das Lieben dann zur Routine geworden ist. Wenn es nicht mehr so kribbelt wie am Anfang, wenn es Alltag geworden ist. Aber das ist der springende Punkt. Und damit kann man glücklich werden. Denn Sicherheit ist kein Kribbeln. Sicherheit ist der warme Körper neben dir, an dem man sich wärmen kann, wenn man ausgekühlt ist

Das ist doch der nächste Level. Darauf wartet man doch. Lediglich das Prinzip ‚Ich will immer das, was ich gerade nicht habe’ hindert uns an unserem Glück. Wir suchen weiter, obwohl wir gefunden haben.
Wenn wir unserem gegenüber immer aufmerksam bleiben, dann könnte es klappen. Ein Versuch ist es doch wert, bedenkt man den Umstand, dass man mit der anderen ‚Masche’ länger unglücklich als glücklich ist.

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Zuletzt aktualisiert: 4. Jul, 08:11

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Fußspuren

BASTI<3
ICH LIEBE DICH MEIN SCHATZ :*
Thomas (Gast) - 4. Jul, 08:11
Wunder für die Gefühl...
Wunder für die Gefühl Welt....... !!!!
Henry Unger (Gast) - 8. Apr, 08:31
Musik
Wunerbar an dem Film ist vor alem die Musik, welche...
RyanO (Gast) - 28. Mrz, 01:01
ich war es bis dato gewohnt,...
ich war es bis dato gewohnt, einfach mal nette leute...
bastiH (Gast) - 28. Jul, 09:14
lol du armer idot klar...
lol du armer idot klar soltlest du allen in den ass...
soag (Gast) - 8. Jul, 00:48
Aaa
Daher kennen wir uns also...
Stef (Gast) - 28. Mrz, 21:06
du kranker
du kranker
jens (Gast) - 16. Feb, 14:12
diesen film...
... hatte ich mir vor einiger zeit absolut unvoreingenommen,...
mi3000 (Gast) - 22. Dez, 22:52
Warum gehen einige zu...
Warum gehen einige zu wordpress?
bateman - 16. Dez, 21:16
understood
la maman hat verstanden. du bist erlöst. may the...
magali (Gast) - 31. Okt, 09:43